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Ratgeber

Wie lange dauert eine App-Entwicklung?

Stand: Veröffentlicht: Lesezeit: 6 Min.

Kurz erklärt

Die Dauer einer App-Entwicklung hängt vor allem vom Umfang der ersten Version ab, nicht von der Technik allein. Feste Wartezeiten setzen die Stores: Apple prüft laut eigener Angabe 90 Prozent der Einreichungen in weniger als 48 Stunden. Neue private Google-Play-Konten brauchen vor dem Start einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern über 14 Tage.

Wer eine App plant, will meist wissen, wann sie im Store steht. Die Antwort setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Entwicklungszeit, die Sie über den Umfang selbst steuern, und den Wartezeiten der Stores, die Sie nicht beeinflussen können. Dieser Artikel erklärt beide und nennt die Fristen, die Apple und Google selbst angeben.

Wie lange dauert es von der Idee bis zur App im Store?

Eine verlässliche Pauschaldauer gibt es nicht, weil der Umfang der ersten Version den Zeitplan bestimmt. Eine App mit wenigen Bildschirmen ohne eigenes Backend ist in deutlich kürzerer Zeit fertig als eine App mit Nutzerkonten, Zahlungen und Schnittstellen. Zur Entwicklung kommen feste Wartezeiten der Stores, bei neuen privaten Google-Konten mindestens 14 Tage Testphase.

Für die Planung hilft es, den Weg in Phasen zu zerlegen und für jede Phase zu fragen, wovon ihre Dauer abhängt. Die längste Phase ist fast immer die Entwicklung selbst. Die kürzeste, aber am häufigsten unterschätzte, ist die Veröffentlichung.

Welche Phasen hat eine App-Entwicklung?

Typisch sind fünf Phasen: Konzept, Gestaltung, Entwicklung, Test und Veröffentlichung. Sie laufen nicht streng nacheinander, aber jede braucht Entscheidungen vom Auftraggeber. Wartezeiten auf Inhalte, Zugänge oder Freigaben verlängern ein Projekt oft stärker als die Programmierung.

PhaseWas passiertWovon die Dauer abhängt
1. KonzeptZiel, Zielgruppe, Funktionsliste der ersten VersionWie schnell Entscheidungen fallen
2. GestaltungBildschirme, Abläufe, Klick-PrototypZahl der Bildschirme, Abstimmungsrunden
3. EntwicklungApp, Backend, SchnittstellenFunktionsumfang, Plattformen, Fremdsysteme
4. TestEchte Geräte, Testnutzer, FehlerbehebungGerätevielfalt, Testpflicht bei Google
5. VeröffentlichungKonten, Store-Einträge, Prüfung, FreigabeVorbereitung der Konten, Review-Dauer

### Konzept und Gestaltung In dieser Phase wird entschieden, was die erste Version können muss und was später kommt. Je genauer die Funktionsliste, desto belastbarer der Zeitplan. Ein klickbarer Prototyp zeigt früh, ob Abläufe verständlich sind, und spart später Umbauten im Code.

### Entwicklung Hier wirken dieselben Faktoren wie bei den Kosten: Zahl der Funktionen, eigenes Backend, Schnittstellen zu Zahlungsanbietern oder Firmensoftware und besondere Gerätefunktionen wie Kamera oder Bilderkennung. Eine gemeinsame Codebasis für Android und iOS verkürzt diese Phase gegenüber zwei getrennten Apps. Was die Wahl der Technik bedeutet, steht im Artikel Flutter oder native Entwicklung.

### Test Getestet wird auf echten Geräten mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen und Systemversionen. Bei Google ist ein Teil dieser Phase für neue private Konten Pflicht, siehe unten.

Wie lange dauert die Prüfung im App Store und bei Google Play?

Apple gibt an, mindestens 50 Prozent der Einreichungen in weniger als 24 Stunden und 90 Prozent in weniger als 48 Stunden zu prüfen. Google nennt keine typische Dauer, weist aber darauf hin, dass die Prüfung bei bestimmten Konten bis zu sieben Tage oder in Ausnahmefällen länger dauern kann. Wird eine App abgelehnt, beginnt die Prüfung nach der Korrektur erneut.

Die Angaben stammen aus den Seiten Apple App Review und der Play Console-Hilfe zur Prüfung. Für den Zeitplan heißt das:

  • Für Apple mindestens zwei Werktage für die Prüfung einplanen, bei Ablehnung mehr.
  • Für Google bei einem neuen Konto mit bis zu einer Woche rechnen.
  • Nach der Freigabe kann es laut Apple bis zu 24 Stunden dauern, bis Änderungen an der Verfügbarkeit für alle Nutzer sichtbar sind (App Store Connect-Hilfe).

Häufige Gründe für Verzögerungen sind fehlende Angaben zum Datenschutz, ein Demo-Zugang, den die Prüfer nicht nutzen können, oder Funktionen, die in der eingereichten Version nicht funktionieren.

Was ist die Testpflicht für neue Google-Play-Konten?

Wer ein privates Entwicklerkonto nach dem 13. November 2023 angelegt hat, muss vor dem Zugang zur Produktion einen geschlossenen Test durchführen. Dafür müssen mindestens 12 Tester ununterbrochen 14 Tage lang am Test teilnehmen. Erst danach kann man den Produktionszugang beantragen.

Die Regeln stehen in der Play Console-Hilfe zu den Testanforderungen. Praktisch bedeutet das:

  1. Testgruppe mit mindestens 12 Personen vorher organisieren, etwa Mitarbeiter oder Stammkunden.
  2. Geschlossenen Test starten und die 14 Tage ohne Unterbrechung laufen lassen.
  3. Produktionszugang beantragen und die Antworten zum Test ehrlich ausfüllen.
  4. Erst danach die Produktionsversion einreichen, die wiederum geprüft wird.

Organisationskonten fallen nicht unter diese Regel. Für Unternehmen ist ein Organisationskonto deshalb meist der schnellere Weg, auch weil App und Einnahmen dann der Firma gehören. Bei Apple brauchen Organisationen für die Anmeldung eine D-U-N-S-Nummer, deren Beantragung ebenfalls Zeit kostet.

Was verzögert App-Projekte am häufigsten?

Selten ist es die Programmierung selbst. Meist warten Projekte auf Entscheidungen, Inhalte oder Zugänge, die nur der Auftraggeber liefern kann. Dazu kommen Schritte bei Apple und Google, die erst spät angestoßen werden und dann eigene Wartezeiten haben.

Typische Verzögerungen und wie Sie sie vermeiden:

VerzögerungWarum sie auftrittGegenmittel
Entwicklerkonto fehltAnmeldung und Prüfung der Firma dauern, bei Apple mit D-U-N-S-NummerKonten zu Projektbeginn anlegen
Funktionen kommen dazuNeue Wünsche während der Entwicklung verschieben den PlanListe für die zweite Version führen
Inhalte fehlenTexte, Bilder, Rechtstexte werden erst am Ende geliefertInhalte parallel zur Entwicklung erstellen
Schnittstellen unklarZugänge zu Fremdsystemen oder Dokumentation fehlenAnsprechpartner beim Anbieter früh benennen
Testgruppe fehltGoogle verlangt bei neuen privaten Konten 12 Tester über 14 TageTester vor Ende der Entwicklung organisieren
Ablehnung in der PrüfungFehlende Angaben oder nicht funktionierende FunktionenDemo-Zugang und Angaben vor der Einreichung prüfen

Wie lange dauern Updates nach dem Start?

Ein Update durchläuft dieselbe Prüfung wie die erste Version, bei Apple also meist ein bis zwei Tage. Die Arbeit am Update selbst hängt vom Umfang ab, von kleinen Fehlerbehebungen bis zu neuen Funktionen. Planen Sie für Updates dieselben Puffer ein wie für den ersten Start.

Manche Updates sind nicht freiwillig. Google verlangt etwa, dass neue Apps und Updates seit dem 31. August 2026 mindestens Android 16 (API-Level 36) als Zielplattform angeben (Zielplattform-Anforderungen). Wer diese Fristen verpasst, kann keine Updates mehr einreichen, bis die App angepasst ist. Es lohnt sich deshalb, die Ankündigungen beider Stores im Blick zu behalten und Pflichtupdates früh einzuplanen.

Wann ist eine App wirklich veröffentlicht?

Erst wenn sie öffentlich im Store abrufbar ist, nicht schon, wenn die Prüfung bestanden ist. Bei Apple kann eine Version freigegeben sein und trotzdem auf eine manuelle Freigabe oder ein Datum warten. Bei Google kann die verwaltete Veröffentlichung geprüfte Änderungen zurückhalten.

In App Store Connect gibt es drei Freigabearten: manuell, automatisch nach der Freigabe oder automatisch frühestens zu einem Datum (App Store Connect-Hilfe). Bei Google Play hält die verwaltete Veröffentlichung Änderungen zurück, bis Sie sie aktiv veröffentlichen.

Bei unseren eigenen Apps im Play Store und App Store gilt deshalb eine einfache Regel: Ein Release ist erst erledigt, wenn die Store-Seite öffentlich erreichbar ist. Welche stillen Blocker eine freigegebene App unsichtbar machen können, beschreibt der Artikel App freigegeben, aber nicht im Store auffindbar.

Wie lässt sich die Entwicklung beschleunigen?

Am meisten Zeit spart eine kleine erste Version mit klarer Funktionsliste. Danach helfen früh vorbereitete Store-Konten, eine organisierte Testgruppe und schnelle Entscheidungen auf Auftraggeberseite.

  • Konten zuerst: Entwicklerkonten bei Apple und Google sofort anlegen, nicht erst zur Veröffentlichung.
  • Inhalte bereitstellen: Texte, Bilder, Datenschutzerklärung und Impressum parallel zur Entwicklung vorbereiten.
  • Testgruppe organisieren: Tester für den geschlossenen Test vor Ende der Entwicklung festlegen.
  • Pufferzeit einplanen: Für Prüfung und mögliche Ablehnung mindestens eine Woche vor einem festen Starttermin.

Was die einzelnen Phasen kosten, erklärt der Artikel Was kostet eine App-Entwicklung?. Für eine Einschätzung Ihres Vorhabens erreichen Sie uns über die Seite Kontakt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Entwicklung einer App?

Das hängt vom Umfang der ersten Version ab. Eine App mit wenigen Bildschirmen ohne eigenes Backend ist deutlich schneller fertig als eine App mit Nutzerkonten, Zahlungen und Schnittstellen. Rechnen Sie zur reinen Entwicklung immer Testphase, Store-Prüfung und bei neuen privaten Google-Konten 14 Tage geschlossenen Test hinzu.

Gilt die Testpflicht mit 12 Testern auch für Firmenkonten?

Nein. Google verlangt den geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern über 14 Tage für private Entwicklerkonten, die nach dem 13. November 2023 erstellt wurden. Organisationskonten sind davon nach der Play Console-Hilfe nicht betroffen, brauchen aber eine Verifizierung des Unternehmens.

Kann ich die App zu einem festen Datum veröffentlichen?

Ja. In App Store Connect können Sie festlegen, dass die App nach der Freigabe frühestens zu einem bestimmten Datum erscheint, oder sie manuell freigeben. Bei Google Play hält die verwaltete Veröffentlichung geprüfte Änderungen zurück, bis Sie sie selbst veröffentlichen.

Wie lange dauert ein Update im Store?

Auch Updates durchlaufen die Prüfung. Apple nennt für alle Einreichungen 50 Prozent in unter 24 Stunden und 90 Prozent in unter 48 Stunden. Google gibt keine typische Dauer an, nennt für bestimmte Konten aber bis zu sieben Tage oder in Ausnahmefällen länger.

Geht es schneller, wenn ich nur eine Plattform starte?

Oft ja, weil nur eine Store-Einreichung und ein Satz Gerätetests anfallen. Mit einer gemeinsamen Codebasis wie Flutter ist der Mehraufwand für die zweite Plattform aber kleiner als bei zwei getrennten nativen Apps.