Recht und Förderung: KI rechtssicher einsetzen
Kurz erklärt
Diese Artikel erklären, welche Regeln für den Einsatz von KI im Unternehmen gelten, vor allem der EU AI Act mit KI-Kompetenzpflicht und Kennzeichnungspflicht. Jede Aussage ist mit dem Gesetzestext oder der zuständigen Behörde belegt und berücksichtigt den Digital Omnibus vom Juli 2026. Dazu kommt ein Überblick über Förderprogramme für Digitalisierung und KI.
Wer KI im Unternehmen einsetzt, stößt schnell auf rechtliche Fragen: Gilt der EU AI Act auch für uns? Müssen die Beschäftigten geschult werden? Muss ein KI-Bild auf der Website gekennzeichnet sein? Und gibt es Fördergeld für die Einführung? Die Artikel in diesem Bereich beantworten diese Fragen sachlich und mit Verweis auf die Primärquellen, also den Gesetzestext auf EUR-Lex, die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsicht in Deutschland.
Die Rechtslage hat sich 2026 spürbar bewegt. Mit dem Digital Omnibus zur KI, der seit dem 27. Juli 2026 gilt, wurden Fristen verschoben und einzelne Pflichten neu gefasst. Seit dem 29. Juli 2026 regelt außerdem das KI-Marktüberwachungsgesetz, dass die Bundesnetzagentur in Deutschland die zentrale Aufsicht übernimmt. Alle Artikel sind auf diesem Stand und tragen ein sichtbares Prüfdatum.
Die Artikel ersetzen keine Rechtsberatung. Sie helfen, die eigene Lage einzuordnen und die richtigen Fragen an Anwalt, Datenschutzbeauftragten oder Förderberatung zu stellen.
Unterseiten
- 01EU AI Act: Überblick, Fristen und Pflichten 2026Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt KI nach Risiko: Wenige Praktiken sind verboten, Hochrisiko-Systeme haben strenge Auflagen, für die meisten Anwendungen …Mehr erfahren
- 02KI-Schulungspflicht: Artikel 4 AI Act erklärtArtikel 4 des AI Act verpflichtet alle Unternehmen, die KI beruflich nutzen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu ergreifen. Seit dem Digital Omnibus vom …Mehr erfahren
- 03Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte (Art. 50)Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 AI Act. Unternehmen müssen Deepfakes und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse offenlegen …Mehr erfahren
- 04Förderprogramme für Digitalisierung und KI: Überblick mit QuellenFür Digitalisierung und KI gibt es Zuschüsse für Beratung (BAFA, INQA-Coaching), zinsgünstige Kredite (KfW 511/512) und Landesprogramme wie Digitalbonus Bayern …Mehr erfahren
Welche Rechtsfragen stellen sich beim Einsatz von KI?
Für die meisten Unternehmen sind drei Bereiche wichtig: der EU AI Act mit KI-Kompetenz und Kennzeichnung, der Datenschutz nach DSGVO und bei Berufsgeheimnisträgern die Verschwiegenheitspflicht. Der AI Act ersetzt die DSGVO nicht, beide gelten nebeneinander.
- EU AI Act: Risikostufen, Fristen und Bußgelder erklärt der Überblick zum EU AI Act.
- Schulungspflicht: Was Artikel 4 nach der Neufassung verlangt und wie eine schlanke Dokumentation aussieht, steht im Ratgeber zur KI-Kompetenzpflicht.
- Kennzeichnung: Wann KI-Bilder, KI-Texte und Chatbots einen Hinweis brauchen, klärt der Ratgeber zur Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50.
Gibt es Förderung für Digitalisierung und KI?
Ja, es gibt Programme von Bund, Ländern und EU, die Beratung, Qualifizierung oder Investitionen in Digitalisierung unterstützen. Welche passen, hängt von Bundesland, Unternehmensgröße und Vorhaben ab, und viele Programme ändern sich jährlich.
Der Überblick zu Förderprogrammen für Digitalisierung und KI nennt die Programme mit Link zur jeweiligen Förderstelle. Verbindlich sind immer die aktuellen Richtlinien der Förderstelle; einen Förderbescheid kann kein Ratgeber vorwegnehmen.
Wer nach der rechtlichen Einordnung konkrete Abläufe automatisieren will, findet unter KI-Automatisierung Beispiele für Prozesse mit menschlicher Kontrolle. Fragen zu Begriffen wie Large Language Model oder Halluzination beantwortet das Glossar.
Häufige Fragen
Was regelt der EU AI Act?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt KI nach Risiko: Einige Praktiken wie Social Scoring sind verboten, Hochrisiko-Systeme etwa in der Personalauswahl unterliegen strengen Auflagen, und für Chatbots und Deepfakes gelten Transparenzpflichten. Für alle Unternehmen, die KI beruflich nutzen, gilt zudem die KI-Kompetenzpflicht nach Artikel 4.
Ab wann gilt der EU AI Act?
Stufenweise: Verbote und KI-Kompetenz seit 2. Februar 2025, die meisten übrigen Pflichten einschließlich Kennzeichnung seit 2. August 2026. Die Hochrisiko-Pflichten hat der Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744) auf den 2. Dezember 2027 und den 2. August 2028 verschoben.
Müssen Unternehmen Mitarbeiter in KI schulen (Art. 4)?
Unternehmen, die KI beruflich einsetzen, müssen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Seit der Neufassung vom Juli 2026 muss kein bestimmtes Niveau garantiert werden, ein Zertifikat ist nicht nötig. Eine dokumentierte Einweisung je Werkzeug ist der übliche Weg.
Muss man KI-generierte Inhalte kennzeichnen?
Nicht alle. Seit 2. August 2026 müssen Deepfakes und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse offengelegt werden, Chatbots müssen als KI erkennbar sein. KI-gestützte Texte, die ein Mensch redaktionell prüft und verantwortet, sind von der Textpflicht ausgenommen.
Darf ich Kundendaten in ChatGPT eingeben?
Nur, wenn die DSGVO es erlaubt: Es braucht eine Rechtsgrundlage, bei einem externen Anbieter in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO und bei Übermittlung in Drittländer eine zulässige Grundlage. Kostenlose Verbraucherkonten erfüllen das meist nicht. Für Berufsgeheimnisträger wie Steuerberater gelten zusätzlich die Verschwiegenheitspflichten.
Brauche ich einen AVV mit einem KI-Anbieter?
Ja, wenn der KI-Anbieter in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, schreibt Artikel 28 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor. Viele Anbieter stellen ihn für Geschäftskonten bereit. Ohne AVV sollten keine personenbezogenen Daten eingegeben werden.
Was regelt der EU AI Act?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das europäische Gesetz für KI-Systeme. Er teilt sie nach Risiko ein: verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme mit strengen Anforderungen, Systeme mit Transparenzpflichten und KI mit geringem Risiko. Zudem enthält er Pflichten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Ab wann gilt der EU AI Act?
Der AI Act ist seit dem 1. August 2024 in Kraft und gilt gestaffelt: Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz seit 2. Februar 2025, Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit August 2025, die meisten übrigen Vorschriften ab 2. August 2026, einzelne später. Zu Fristverschiebungen gibt es Änderungsvorhaben, daher bitte die aktuelle Fassung prüfen. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Müssen Unternehmen Mitarbeiter in KI schulen (Art. 4)?
Ja. Art. 4 des AI Act verlangt von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen Maßnahmen, damit ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Eine bestimmte Schulung oder ein Zertifikat schreibt das Gesetz nicht vor; der Umfang richtet sich nach Vorkenntnissen und Einsatz. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Muss man KI-generierte Inhalte kennzeichnen?
Teilweise. Art. 50 des AI Act verlangt, dass Anbieter KI-erzeugte Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen und dass Betreiber Deepfakes sowie bestimmte veröffentlichte KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse offenlegen. Für gewöhnliche Marketingtexte, die redaktionell geprüft wurden, gelten Ausnahmen. Der Einzelfall ist zu prüfen. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Was ist laut AI Act verboten?
Art. 5 des AI Act verbietet unter anderem Systeme, die Menschen durch unterschwellige oder manipulative Techniken beeinflussen, Schwächen bestimmter Gruppen ausnutzen, Menschen sozial bewerten (Social Scoring), Gesichtsbilder ungezielt aus dem Internet auslesen oder Emotionen am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen erkennen. Es gibt Ausnahmen. Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Darf ich Kundendaten in ChatGPT eingeben?
Das hängt von Daten, Anbieter und Vertrag ab. Kundendaten sind meist personenbezogen; eine Weitergabe an einen KI-Dienst braucht eine Rechtsgrundlage und in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag, außerdem sind Drittlandübermittlungen zu prüfen. Ohne diese Grundlagen sollten keine personenbezogenen Daten eingegeben werden. Quelle: DSGVO auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Brauche ich einen AVV mit einem KI-Anbieter?
In der Regel ja. Verarbeitet ein KI-Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag und nach Ihren Weisungen, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Viele Anbieter stellen dafür Standardverträge bereit. Quelle: DSGVO auf EUR-Lex. Dies ist keine Rechtsberatung.
Welche Förderprogramme gibt es für Digitalisierung?
Es gibt Programme des Bundes, der Länder und teils von Kammern oder der EU. Das Angebot, die Voraussetzungen und die Fristen ändern sich häufig und werden nicht pauschal zugesagt. Einen amtlichen Überblick bietet die Förderdatenbank des Bundes. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.
Gibt es KI-Förderung für Handwerksbetriebe?
Förderangebote für Handwerksbetriebe gibt es auf Landes- und Bundesebene, häufig im Rahmen allgemeiner Digitalisierungsprogramme. Aktuelle Programme und Voraussetzungen zeigen die Förderdatenbank des Bundes und die zuständige Handwerkskammer. Eine Förderzusage lässt sich vorab nicht geben.
Wer haftet, wenn eine KI falsche Auskünfte gibt?
Das lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Als Grundsatz bleibt, wer KI-Antworten nach außen verwendet, für deren Richtigkeit gegenüber Kunden verantwortlich; Haftungsausschlüsse der KI-Anbieter ändern daran im Verhältnis zu Dritten wenig. Wichtige Auskünfte sollten deshalb geprüft werden. Dies ist keine Rechtsberatung.
Was gilt für KI in Berufen mit Verschwiegenheitspflicht?
Berufsgeheimnisträger wie Steuerberater, Rechtsanwälte oder Ärzte dürfen geschützte Informationen nur weitergeben, soweit das Gesetz es zulässt (§ 203 StGB). Setzen sie KI-Dienste ein, müssen die beteiligten Dienstleister zur Verschwiegenheit verpflichtet sein, und die Daten brauchen besonderen Schutz. Quelle: § 203 StGB. Dies ist keine Rechtsberatung.