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Ratgeber

Was kostet eine App-Entwicklung?

Stand: Veröffentlicht: Lesezeit: 6 Min.

Kurz erklärt

Den Preis einer App bestimmen vor allem Zahl und Tiefe der Funktionen, die Plattformen und ein eventuelles Backend mit Nutzerkonten. Dazu kommen feste Store-Gebühren: 99 USD pro Mitgliedsjahr bei Apple und einmalig 25 USD bei Google. Wer Käufe oder Abos in der App verkauft, zahlt außerdem eine Provision an den Store.

Die Frage nach dem Preis einer App ist die häufigste, bevor ein Projekt startet, und sie hat keine Pauschalantwort. Dieser Artikel zeigt, welche Faktoren den Aufwand bestimmen, welche Gebühren Apple und Google verlangen und mit welchen laufenden Kosten Sie nach dem Start rechnen sollten. Die Gebühren stammen direkt aus den Unterlagen von Apple und Google.

Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen?

Einen Festpreis für „eine App“ gibt es nicht, weil Apps sich im Umfang so stark unterscheiden wie Häuser. Der Preis ergibt sich aus dem Aufwand für Funktionen, Plattformen, Backend, Design und Tests. Seriöse Angebote rechnen diesen Aufwand aus einer konkreten Funktionsliste hoch, statt einen Betrag aus dem Bauch zu nennen.

Für die Planung ist es hilfreich, zwei Kostenblöcke zu trennen: die einmalige Entwicklung bis zur ersten Version im Store und die laufenden Kosten danach. Viele Budgets scheitern nicht an der Entwicklung, sondern daran, dass Server, Gebühren und Updates im zweiten Jahr nicht eingeplant waren.

Welche Faktoren treiben die Kosten einer App?

Am stärksten wirken die Zahl der Funktionen, die Frage nach einem eigenen Backend und die Anbindung an andere Systeme. Jede zusätzliche Plattform, jede Schnittstelle und jedes individuelle Design erhöhen den Aufwand. Wer früh entscheidet, was in die erste Version gehört, hat den größten Hebel auf den Preis.

KostentreiberWarum er den Aufwand erhöhtWie Sie gegensteuern
Zahl der Funktionen und BildschirmeJede Funktion muss gebaut, gestaltet und getestet werdenErste Version auf das Kernproblem beschränken
Plattformen (Android, iOS, Web)Getrennte native Apps bedeuten zwei CodebasenEine gemeinsame Codebasis prüfen, siehe Flutter oder native Entwicklung
Backend und NutzerkontenServer, Datenbank, Anmeldung und Sicherheit kommen hinzuVorhandene Dienste nutzen statt alles selbst zu bauen
SchnittstellenZahlungsanbieter, Warenwirtschaft oder Buchhaltung haben eigene RegelnSchnittstellen früh benennen und Zugänge klären
Kamera, Bilderkennung, KIErkennung muss mit echten Fotos geprüft werdenMit einem kleinen Prototyp die Machbarkeit testen
Individuelles DesignEigene Animationen und Komponenten kosten ZeitStandardbausteine des Systems verwenden
Abos und In-App-KäufeProdukte, Verträge und Freigaben in beiden StoresErst mit einem einfachen Preismodell starten
Tests und EinreichungGeräte, Bildschirmgrößen, Store-PrüfungTestphase und Freigabe in den Zeitplan einrechnen

### Was ein Angebot enthalten sollte Damit Sie Angebote vergleichen können, sollten diese Punkte schriftlich enthalten sein:

  • eine Funktionsliste für die erste Version
  • die Plattformen und die verwendete Technik
  • ob Backend, Hosting und Datenbank enthalten sind
  • Design, Tests auf echten Geräten und die Einreichung in die Stores
  • wer Eigentümer des Quellcodes und der Store-Konten ist
  • was Wartung und Updates nach dem Start kosten

Welche laufenden Kosten fallen für eine App an?

Fest stehen die Gebühren der Stores: Apple verlangt 99 USD pro Mitgliedsjahr, Google einmalig 25 USD. Dazu kommen Provisionen auf Verkäufe in der App, Kosten für Server und Dienste sowie Aufwand für Updates. Die letzten beiden Posten hängen vollständig von Ihrer App ab.

PostenHöheQuelle
Apple Developer Program99 USD pro Mitgliedsjahr (oder Landeswährung)Apple Developer
Google Play Entwicklerkonto25 USD einmaligPlay Console-Hilfe
Provision auf Verkäufeje nach Store, Region und Modell, siehe untenApple, Google
Server, Datenbank, Speicherabhängig von Nutzerzahl und DatenmengeIhr Hosting-Anbieter
Externe Dienstez. B. Karten, Bilderkennung, Zahlungsabwicklung, Versand von Push-Nachrichtenjeweiliger Anbieter
Wartung und Updatesabhängig von Umfang und Anforderungen der StoresIhr Entwickler

Bei Apple läuft die Mitgliedschaft jährlich. Endet sie, kann die App laut Apple nicht mehr geladen werden, und Updates sind nicht mehr möglich. Bereits installierte Apps funktionieren weiter. Gemeinnützige Organisationen, akkreditierte Bildungseinrichtungen und Behörden können laut Apple eine Befreiung von der Gebühr beantragen.

Wie hoch sind die Provisionen im App Store und bei Google Play?

Für Nutzer in der EU verlangt Apple seit dem 1. Oktober 2026 im Regelfall 26 Prozent auf Käufe über Apples In-App-Kauf, für Teilnehmer am Small Business Program und für Abos nach dem ersten Jahr 15 Prozent. Google Play hat für den Europäischen Wirtschaftsraum zum 30. Juni 2026 eine neue Gebührenstruktur eingeführt. Automatisch verlängerte Abos kosten dort 10 Prozent plus 5 Prozent Abrechnungsgebühr.

### Apple Apple hat die Geschäftsbedingungen für die EU im August 2026 neu gefasst, sie gelten seit dem 1. Oktober 2026 (Apple Newsroom, Apple Developer: Änderungen in der EU):

  • 26 Prozent auf Käufe über Apples In-App-Kauf im Regelfall
  • 15 Prozent für Entwickler im App Store Small Business Program und für automatisch verlängerte Abos nach dem ersten Jahr
  • 20 Prozent bei alternativer Zahlungsabwicklung, reduziert 10 Prozent
  • 5 Prozent Core Technology Commission bei Vertrieb über alternative Marktplätze oder das Web

Ins Small Business Program kommen neue Entwickler und solche, die im Vorjahr bis zu 1 Million USD Erlös hatten. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist daher der reduzierte Satz maßgeblich, er muss aber beantragt werden.

### Google Play Google unterscheidet seit dem 30. Juni 2026 im EWR und in den USA zwischen Abos und sonstigen Käufen sowie zwischen Installationen vor und nach diesem Datum (Play Console-Hilfe: Servicegebühren). Für automatisch verlängerte Abos gelten 10 Prozent plus 5 Prozent Abrechnungsgebühr. Die Abrechnungsgebühr fällt an, wenn über Google Play Billing gekauft wird oder wenn eine kostenpflichtige App erstmals gekauft wird. Für sonstige Käufe hängt der Satz vom Installationszeitpunkt und von Programmen ab, an denen Sie teilnehmen. Prüfen Sie die Tabelle in der Hilfe vor jeder Preiskalkulation, weil Google sie regional schrittweise umstellt.

Für Apps, die nichts verkaufen, also etwa Kunden-Apps oder Werkzeuge für Mitarbeiter, fallen keine Provisionen an.

Was kostet die Wartung einer App nach dem Start?

Wartung ist kein freiwilliger Posten, denn beide Stores verlangen regelmäßig Anpassungen. Google schreibt etwa vor, dass neue Apps und Updates seit dem 31. August 2026 mindestens Android 16 (API-Level 36) als Ziel haben müssen. Wer nicht aktualisiert, kann keine Updates mehr einreichen.

Die Regel steht in den Zielplattform-Anforderungen von Google Play. Bestehende Apps müssen mindestens API-Level 35 erreichen, damit neue Nutzer mit neueren Android-Versionen sie weiter finden. Apple kündigt seine Mindestanforderungen an die Entwicklungsumgebung ebenfalls regelmäßig an. Dazu kommen Fehlerbehebungen, Anpassungen an neue Geräte und Sicherheitsupdates von verwendeten Bibliotheken.

Für das Budget bedeutet das:

  1. Wartung im Angebot getrennt ausweisen lassen.
  2. Mindestens ein größeres Update pro Jahr einplanen.
  3. Klären, wer Mitteilungen von Apple und Google liest und darauf reagiert.

Wie lassen sich die Kosten einer App senken?

Am meisten spart eine kleine erste Version, die nur das Kernproblem löst und danach anhand echter Nutzung wächst. Eine gemeinsame Codebasis für Android und iOS spart den zweiten Entwicklungsstrang. Und wo keine Gerätefunktionen gebraucht werden, kann eine Web-App die günstigere Wahl sein.

  • Kleine erste Version: Funktionen, die niemand nutzt, kosten trotzdem Entwicklung und Wartung.
  • Eine Codebasis: Frameworks wie Flutter erzeugen Android- und iOS-App aus demselben Code. Wir entwickeln unsere eigenen Apps, etwa die Karten-Scanner-App ScanLoot für iOS und Android, auf diese Weise.
  • Vorhandene Dienste: Anmeldung, Zahlungen oder Speicher müssen nicht neu erfunden werden.
  • Klare Zuständigkeit: Store-Konten, Texte und Bilder für die Store-Einträge selbst bereitzustellen spart Abstimmungsrunden.
  • Förderung prüfen: Ob für Ihr Vorhaben ein Programm in Frage kommt, beschreibt der Ratgeber Förderung für Digitalisierung.

Wie viel Zeit die einzelnen Schritte brauchen, erklärt der Artikel Wie lange dauert eine App-Entwicklung?. Wenn Sie ein konkretes Vorhaben einschätzen lassen möchten, nehmen Sie gern Kontakt auf.

Häufige Fragen

Brauche ich ein eigenes Entwicklerkonto?

Es ist ratsam, die App unter einem Konto Ihres eigenen Unternehmens zu veröffentlichen. Dann gehören App, Bewertungen und Einnahmen Ihnen, auch wenn Sie später den Dienstleister wechseln. Für ein Organisationskonto bei Apple brauchen Sie eine D-U-N-S-Nummer, die Dun & Bradstreet vergibt.

Fallen auch für eine kostenlose App Gebühren an?

Ja, die Kontogebühren fallen trotzdem an: 99 USD pro Mitgliedsjahr bei Apple und einmalig 25 USD bei Google Play. Provisionen entstehen dagegen nur, wenn über den Store etwas verkauft wird. Gemeinnützige Organisationen, Bildungseinrichtungen und Behörden können bei Apple eine Gebührenbefreiung beantragen.

Ist eine Web-App günstiger als eine App aus dem Store?

Oft ja, weil keine Store-Gebühren, keine Provisionen und keine Einreichung anfallen und eine Version für alle Geräte reicht. Grenzen hat die Web-App bei Gerätefunktionen wie Hintergrundaufgaben, Push-Benachrichtigungen auf manchen Geräten oder tiefer Kamera-Nutzung. Ob das für Ihr Vorhaben reicht, sollte vor dem Angebot geklärt werden.

Warum unterscheiden sich Angebote für dieselbe App so stark?

Meist, weil die Anbieter Unterschiedliches einrechnen: mit oder ohne Backend, Design, Tests auf echten Geräten, Store-Einrichtung und Wartung. Vergleichen lassen sich Angebote erst, wenn dieselbe Funktionsliste und dieselben Leistungen nach dem Start zugrunde liegen.

Was kostet die Pflege einer App pro Jahr?

Dafür gibt es keinen festen Satz. Sicher ist, dass Apple und Google regelmäßig neue Systemversionen und Mindestanforderungen einführen, an die die App angepasst werden muss. Planen Sie deshalb für jedes Jahr Aufwand für Updates ein und lassen Sie sich diesen im Angebot getrennt ausweisen.