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Ratgeber

KI-Sichtbarkeit selbst prüfen

Stand: Veröffentlicht: Lesezeit: 6 Min.

Kurz erklärt

Ob KI-Assistenten Ihr Unternehmen nennen, lässt sich mit einem festen Satz von Testfragen prüfen, die Sie regelmäßig stellen und protokollieren. Bing Webmaster Tools und die Google Search Console zeigen inzwischen, wie oft Ihre Seiten in KI-Antworten erscheinen. Server-Logs und Referrer verraten, ob KI-Bots Ihre Seiten abrufen und ob Besucher aus KI-Antworten kommen.

Viele Unternehmen fragen sich, ob ChatGPT, Copilot oder Perplexity sie überhaupt kennen. Die gute Nachricht: Das lässt sich ohne teure Software prüfen. Dieser Ratgeber beschreibt eine Methode, die aus vier Bausteinen besteht: Testfragen, Protokoll, Berichte der Suchmaschinen und Auswertung der eigenen Server-Daten (Stand Oktober 2026).

Wie prüfe ich, ob ChatGPT & Co. meine Firma kennen?

Stellen Sie einen festen Satz von 15 bis 20 Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen würden, regelmäßig an die wichtigsten Assistenten und halten Sie fest, ob Ihr Unternehmen genannt oder verlinkt wird. Ergänzen Sie das um die KI-Berichte in Bing Webmaster Tools und Google Search Console sowie um Ihre Server-Logs.

Keiner der Bausteine reicht allein. Testfragen zeigen, was Nutzer sehen, aber nur als Stichprobe. Die Berichte der Suchmaschinen liefern Zahlen, aber nur für die eigenen Dienste. Server-Logs zeigen, ob die technischen Voraussetzungen stimmen. Erst zusammen ergibt sich ein belastbares Bild.

Welche Testfragen sollte ich stellen?

Gute Testfragen sind Fragen, die ein möglicher Kunde stellt, bevor er Sie kennt. Die Frage nach dem eigenen Firmennamen gehört dazu, ist aber nur eine von vielen.

Mischen Sie drei Arten von Fragen:

ArtBeispielWas sie zeigt
Markenfrage„Was macht die Firma Muster GmbH in Frankfurt?“Kennt der Assistent Ihr Unternehmen und gibt er die Daten richtig wieder?
Kategorie mit Ort„Welche Elektriker in Frankfurt bieten Wallbox-Installation an?“Werden Sie bei Anbieterempfehlungen genannt?
Fachfrage„Wie lange dauert der Einbau einer Wallbox?“Werden Ihre Ratgeberinhalte als Quelle genutzt?

Woher die Fragen kommen können:

  • aus echten Anfragen per Mail oder Telefon
  • aus der Google-Search-Console: Suchanfragen mit vielen Impressionen
  • aus den Vorschlägen der Google-Suche und dem Feld „Ähnliche Fragen“
  • aus den Grounding Queries im AI-Performance-Bericht von Bing, sobald dort Daten vorliegen

Formulieren Sie die Fragen so, wie Menschen sie in ein Chatfenster tippen, also als vollständige Sätze. Halten Sie die Formulierung danach fest, sonst sind die Ergebnisse von Monat zu Monat nicht vergleichbar.

Wie halte ich die Ergebnisse fest?

Am besten in einer einfachen Tabelle mit einer Zeile pro Frage, Assistent und Datum. Wichtig ist, nicht nur festzuhalten, ob Sie genannt werden, sondern auch, welche anderen Quellen der Assistent zitiert.

Ein Protokoll könnte diese Spalten haben:

SpalteInhalt
DatumTag der Abfrage
AssistentChatGPT, Copilot, Gemini, Claude oder Perplexity, mit Hinweis, ob die Websuche aktiv war
Frageexakter Wortlaut
Genanntja, nein oder nur als Link
Richtigstimmen Name, Ort, Leistungen und Kontaktdaten?
Zitierte QuellenAdressen der Seiten, die der Assistent als Quelle angibt
Wettbewerberwelche anderen Firmen genannt werden

Die Spalte mit den zitierten Quellen ist oft die wertvollste. Sie zeigt, welche Branchenverzeichnisse, Vergleichsartikel oder Fachportale die Assistenten heranziehen. Dort präsent zu sein, ist häufig der nächste sinnvolle Schritt. Mehr dazu im Ratgeber In ChatGPT gefunden werden.

### Damit die Abfragen vergleichbar bleiben - In einem privaten Fenster oder ohne Anmeldung fragen, soweit möglich, damit frühere Gespräche die Antwort nicht beeinflussen - Jede Frage in einem neuen Chat stellen - Notieren, ob die Websuche aktiv war, denn ohne Websuche antwortet das Modell nur aus seinem Trainingswissen - Ergebnisse nicht nach einer einzigen Abfrage bewerten, sondern über mehrere Monate

Welche Berichte zeigen KI-Sichtbarkeit in Zahlen?

Zwei kostenlose Berichte gibt es inzwischen: den AI-Performance-Bericht in Bing Webmaster Tools für Copilot und den Bericht zur Leistung in generativer KI in der Google Search Console für AI Overviews und AI Mode. Beide zeigen, wie oft Ihre Seiten in KI-Antworten erscheinen, aber nicht, wie viele Besucher daraus kommen.

### Bing Webmaster Tools: AI Performance Seit Februar 2026 zeigt Bing in einer öffentlichen Vorschau, wie oft Ihre Seiten in Microsoft Copilot, in KI-Zusammenfassungen bei Bing und in ausgewählten Partnerdiensten als Quelle genannt werden. Zu sehen sind die Gesamtzahl der Zitate, die durchschnittliche Zahl zitierter Seiten pro Tag, Zitate je URL und eine Stichprobe der Suchbegriffe, mit denen die KI Ihre Inhalte abgerufen hat (Bing Webmaster Blog). Wie Sie Bing Webmaster Tools einrichten, steht im Ratgeber IndexNow und Bing Webmaster Tools.

### Google Search Console: Leistung in generativer KI Google hat im Juni 2026 eigene Berichte für die Sichtbarkeit in generativen KI-Funktionen angekündigt und sie nach eigener Angabe seit dem 31. August 2026 für alle Websites weltweit freigeschaltet. Sie zeigen Impressionen in AI Overviews, AI Mode und KI-Funktionen in Discover, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitraum (Google Search Central Blog). Klicks und Suchanfragen nennt Google für diese Berichte nicht. Die Daten sind außerdem weiterhin im normalen Leistungsbericht enthalten.

Was verraten Server-Logs und Webanalyse?

Server-Logs zeigen, ob die Bots der KI-Anbieter Ihre Seiten überhaupt abrufen dürfen und abrufen. Die Webanalyse zeigt, ob Besucher aus KI-Antworten auf Ihre Website kommen.

### Bots in den Server-Logs finden Suchen Sie in den Zugriffsprotokollen Ihres Servers oder CDN nach den User-Agents der KI-Anbieter, etwa GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot, Claude-SearchBot, Claude-User, PerplexityBot, Perplexity-User und bingbot. Auf einem Linux-Server genügt dafür oft ein Befehl wie grep -c OAI-SearchBot access.log.

Achten Sie dabei auf den Statuscode:

  • 200: Der Bot bekommt die Seite, alles in Ordnung.
  • 403 oder 503: Eine Firewall, ein Bot-Schutz oder das CDN sperrt den Zugriff.
  • Keine Einträge: Der Bot war noch nicht da oder wird schon vor dem Server abgefangen, zum Beispiel bei Cloudflare.

Taucht ein Such-Bot gar nicht auf, prüfen Sie zuerst robots.txt und CDN-Einstellungen. Wie das geht, erklärt der Ratgeber KI-Crawler in der robots.txt freigeben. Beachten Sie, dass sich jeder als GPTBot ausgeben kann. Wer sicher sein will, gleicht die IP-Adressen mit den Listen ab, die die Anbieter veröffentlichen.

### Besucher aus KI-Antworten erkennen OpenAI hängt an Links aus der ChatGPT-Suche automatisch den Parameter utm_source=chatgpt.com an, das steht im OpenAI-FAQ für Website-Betreiber. Andere Assistenten erkennen Sie am Referrer, zum Beispiel perplexity.ai, copilot.microsoft.com oder gemini.google.com. Legen Sie dafür in Ihrer Webanalyse eine eigene Gruppe oder einen Filter an.

Die Zahlen sind meist niedriger als die tatsächliche Wirkung. Wer in einer KI-Antwort von Ihnen liest und später Ihren Namen bei Google eingibt, erscheint in der Statistik als Suchbesucher. Fragen Sie deshalb bei neuen Anfragen auch einfach nach, wie der Kontakt zustande kam.

Was mache ich mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse zeigen, an welcher Stelle es hakt: Fehlen die Bots in den Logs, liegt es an der Technik. Kennen die Assistenten Sie, nennen Sie aber nicht bei Fachfragen, fehlen passende Inhalte. Werden immer dieselben fremden Quellen zitiert, lohnt es sich, dort präsent zu werden.

Eine einfache Zuordnung:

BefundWahrscheinliche UrsacheNächster Schritt
Keine KI-Bots in den Logsrobots.txt, Firewall oder CDN sperrtFreigaben prüfen
Bots da, aber keine NennungInhalte beantworten die Fragen nicht direktSeiten nach dem Muster Frage und Antwort aufbauen
Falsche Firmendaten in Antwortenwidersprüchliche Angaben im NetzImpressum, Unternehmensprofil und Verzeichnisse angleichen
Wettbewerber werden genannt, Sie nichtfehlende Erwähnungen auf fremden Seitenzitierte Quellen aus dem Protokoll ansprechen

Wie diese Hebel zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Was ist GEO?. Wenn Sie die Prüfung nicht selbst durchführen möchten, unterstützen wir Sie im Rahmen unserer Leistung Generative Engine Optimization.

Häufige Fragen

Warum bekomme ich bei derselben Frage unterschiedliche Antworten?

KI-Assistenten formulieren jede Antwort neu, und mit Websuche hängen die Quellen auch vom aktuellen Index ab. Eine einzelne Abfrage ist deshalb wenig aussagekräftig. Erst wiederholte Abfragen mit denselben Fragen zeigen eine Tendenz.

Wie oft sollte ich die KI-Sichtbarkeit prüfen?

Für die meisten Unternehmen reicht ein fester monatlicher Termin. Nach größeren Änderungen an der Website lohnt sich eine zusätzliche Runde nach einigen Wochen, weil Suchindizes Zeit brauchen.

Brauche ich ein kostenpflichtiges Tool dafür?

Für den Einstieg nicht. Testfragen, ein Tabellenprotokoll, Bing Webmaster Tools, die Google Search Console und die eigene Webanalyse sind kostenlos. Bezahlte Tools automatisieren vor allem viele Abfragen und lohnen sich erst bei großen Fragenkatalogen.

Woran erkenne ich Besucher aus ChatGPT in der Webanalyse?

ChatGPT hängt an Links aus der Suche laut OpenAI automatisch den Parameter utm_source=chatgpt.com an. Besucher aus anderen Assistenten erkennen Sie am Referrer, etwa perplexity.ai, copilot.microsoft.com oder gemini.google.com.