Ratgeber
DATEV Automatisierungsservice Rechnungen und Bank: was er abdeckt und was manuell bleibt
Kurz erklärt
Die DATEV Automatisierungsservices Rechnungen und Bank erzeugen in der DATEV-Cloud Buchungsvorschläge aus digitalen Rechnungen beziehungsweise elektronischen Kontoumsätzen. Vorschläge werden als sicher, unsicher oder unvollständig gekennzeichnet, sichere können automatisch gebucht werden. Voraussetzungen sind unter anderem DATEV Unternehmen online, OPOS-Buchführung und Archivierung im DATEV-Rechenzentrum.
Wer „datev automatisierungsservice“ sucht, will meist wissen: Was macht der Dienst genau, was muss vorher eingerichtet sein und wie viel Handarbeit bleibt übrig? Dieser Ratgeber fasst die Angaben von DATEV zu den beiden Diensten Rechnungen und Bank zusammen und zeigt, wo eigene Automatisierung ansetzen kann.
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben zu Umfang und Voraussetzungen stammen von datev.de und sind verlinkt. Dieser Artikel ist keine Steuerberatung und keine Produktberatung von DATEV.
Was ist der DATEV Automatisierungsservice?
Der DATEV Automatisierungsservice ist eine Gruppe von KI-gestützten Diensten im DATEV-Rechnungswesen. Sie erzeugen in der DATEV-Cloud Buchungsvorschläge, die in Kanzlei-Rechnungswesen weiterverarbeitet werden. Es gibt einen Dienst für Rechnungen und einen für Bankumsätze.
| Merkmal | Automatisierungsservice Rechnungen | Automatisierungsservice Bank |
|---|---|---|
| Datengrundlage | digitale Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Buchungshistorie | elektronische Kontoumsätze aus dem DATEV Bankdatenservice |
| Ergebnis | Buchungsvorschläge inkl. Steuerschlüssel, ggf. Geschäftspartnerkonten | Buchungsvorschläge, auch aufgeteilt nach Verwendungszweck |
| Kennzeichnung | sicher, unsicher, unvollständig | sicher, unsicher, unvollständig |
| Automatisch buchen | für sichere Belege möglich | für sichere Belege möglich |
| Artikelnummer | 24099 | 24098 |
Quellen: Automatisierungsservice Rechnungen, Automatisierungsservice Bank.
Was macht der Automatisierungsservice Rechnungen?
Er erzeugt laut DATEV Buchungsvorschläge auf Basis digitaler Eingangs- und Ausgangsrechnungen und der Buchungshistorie im DATEV-Rechenzentrum. Er ermittelt den Steuerschlüssel, kann Geschäftspartnerkonten anlegen und erstellt bei Rechnungen mit mehreren Steuersätzen mehrere Vorschläge. Die Weiterverarbeitung läuft wie gewohnt in Kanzlei-Rechnungswesen.
Weitere Punkte aus der DATEV-Beschreibung:
- Der Service lernt mit jedem gebuchten Beleg dazu. Dafür müssen die Buchungsdaten regelmäßig an das DATEV-Rechenzentrum gesendet werden.
- Bei E-Rechnungen werden die strukturierten Daten statt OCR-erkannter Daten genutzt.
- Ist ein vor- oder nachgelagertes System bereits über einen DATEV-Datenservice angebunden, ist der Service laut DATEV in vielen Fällen nicht erforderlich.
Was macht der Automatisierungsservice Bank?
Er erzeugt in der DATEV-Cloud Buchungsvorschläge aus elektronischen Kontoumsätzen, die über den DATEV Bankdatenservice abgeholt wurden. Ziel sind vor allem wiederkehrende Buchungen auf Sachkonten. Informationen aus dem Verwendungszweck kann der Dienst nutzen, um Buchungen aufzuteilen, etwa eine Darlehensrate in Zinsen und Tilgung.
Laut DATEV lernt die KI, sobald ein Vorschlag bestätigt oder geändert wird, Lerndateien müssen nicht mehr gepflegt werden. Vorschläge der KI sind in der Belegübersicht mit einem Robotersymbol markiert. Der DATEV Bankdatenservice holt die Kontoumsätze bei der Bank ab und archiviert sie in der DATEV-Cloud. Er ist im Shop mit 1,37 Euro pro Monat und Bankverbindung gelistet.
Welche Voraussetzungen gelten?
Beide Dienste setzen DATEV Unternehmen online, eine Buchführung mit offenen Posten und die Archivierung der Daten im DATEV-Rechenzentrum voraus. Für Rechnungen kommen der Kontenrahmen SKR03 oder SKR04 und die Standard-Bearbeitungsform hinzu, für Bank der DATEV Bankdatenservice.
| Voraussetzung | Rechnungen | Bank |
|---|---|---|
| DATEV Unternehmen online | ja, Bearbeitungsform Standard | ja, Standard oder Erweitert |
| Offene-Posten-Buchführung | ja | ja |
| Archivierung im DATEV-Rechenzentrum | ja | ja |
| Kontenrahmen | SKR03 oder SKR04 | keine Angabe auf der Produktseite |
| DATEV Bankdatenservice | nein | ja (Service-Rechenzentrum, EBICS oder PIN/TAN) |
| Aktivierung | Kanzlei-Rechnungswesen: Bestand, Automatisierungsservices | wie Rechnungen |
| Verfügbar nach | spätestens 24 Stunden ohne Sonn- und Feiertage | spätestens 24 Stunden ohne Sonn- und Feiertage |
Laut einer DATEV-Kundeninformation zum Bank-Service (datev aktuell 03/2024) müssen Kontoumsätze nach der Aktivierung einmalig über „Mandant ergänzen“ geholt werden, außer bei Umsätzen im CAMT-Format.
Was bleibt beim Automatisierungsservice manuell?
Manuell bleiben die Prüfung der Vorschläge, die Bearbeitung unsicherer und unvollständiger Belege und alles, was vor dem Buchen passiert. DATEV empfiehlt ausdrücklich, die Buchführung auch bei sicheren Vorschlägen wie gewohnt zu prüfen. Fehlt ein Beleg, kann der Dienst ihn nicht herbeischaffen.
Konkret bleiben in der Kanzlei:
- Prüfung: Auch automatisch gebuchte sichere Belege gehören zur Verantwortung der Kanzlei. Das Kontieren ist nach § 2 StBerG Hilfeleistung in Steuersachen.
- Gelbe und rote Fälle: Unsichere oder unvollständige Vorschläge müssen geprüft oder vervollständigt werden.
- Belegbeschaffung: Der Dienst arbeitet mit dem, was in DATEV Unternehmen online liegt. Belege in Mail-Postfächern oder Ordnern beim Mandanten sieht er nicht.
- Mandantenkommunikation: Rückfragen zu unklaren Zahlungen und die Anforderung fehlender Belege.
- Sonderfälle: Mandanten außerhalb der Voraussetzungen, etwa ohne OPOS-Buchführung oder mit anderem Kontenrahmen beim Rechnungs-Service.
Wie zuverlässig sind die Vorschläge?
DATEV selbst nennt auf den Produktseiten keine Trefferquote. Die Kennzeichnung als sicher, unsicher oder unvollständig zeigt, wie der Dienst seine eigene Einschätzung einordnet. Wie gut das im Alltag passt, hängt nach Erfahrungsberichten stark vom Mandanten und dessen Buchungshistorie ab.
In der DATEV-Community diskutieren Anwender die Praxis des Bank-Services. Solche Beiträge sind Einzelerfahrungen und keine Messung. Wer verlässliche Zahlen für die eigene Kanzlei möchte, sollte einige Mandanten über mehrere Monate vergleichen: Anteil sicherer Vorschläge, Korrekturen und Zeit für die Nacharbeit.
Wo kann eigene Automatisierung den Service ergänzen?
Eigene Automatisierung setzt meist vor dem Buchen an: bei der Belegbeschaffung, beim Zusammenführen von Belegen aus Mails und Apps und beim Abgleich, welche Bankzahlungen noch ohne Beleg sind. Der DATEV-Dienst und eine solche Vorstufe schließen sich nicht aus.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Steuerkanzlei, für die SaracAI arbeitet, gleicht ein eigener Connector Bankzeilen gegen Mail-Anhänge, die DATEV-Ablage und den Belegeingang aus der Mandanten-App ab. Belege, die er findet, legt er in die DATEV-Ablage. Erst was dort nicht gefunden wird, fragt die Kanzlei beim Mandanten an. Wie das im Einzelnen aussieht, beschreibt der Ratgeber Fehlende Belege beim Mandanten.
Entscheidungshilfe
- Mandant erfüllt die Voraussetzungen und liefert Belege vollständig digital: Der DATEV-Service ist der naheliegende erste Schritt.
- Belege kommen verstreut per Mail, Foto oder Papier: Das Hauptproblem liegt vor DATEV. Hier hilft eine Vorstufe, die Belege sammelt und zuordnet.
- Vorgelagertes System ist schon per Datenservice angebunden: DATEV hält den Rechnungs-Service dann oft für nicht nötig.
Mehr zum Thema Grenzen der Vollautomatik steht im Ratgeber Belege automatisch buchen.
Häufige Fragen
Was versteht DATEV unter Automatisierungsservices?
Unter diesem Namen bietet DATEV KI-gestützte Dienste an, die in der DATEV-Cloud Buchungsvorschläge erzeugen. Der Automatisierungsservice Rechnungen arbeitet mit digitalen Eingangs- und Ausgangsrechnungen, der Automatisierungsservice Bank mit elektronischen Kontoumsätzen aus dem DATEV Bankdatenservice.
Was kostet der DATEV Automatisierungsservice?
Auf den DATEV-Produktseiten steht kein Preis, nur die Artikelnummern 24099 (Rechnungen) und 24098 (Bank). Der für den Bank-Service nötige DATEV Bankdatenservice ist im DATEV-Shop mit 1,37 Euro pro Monat und Bankverbindung gelistet (Stand Oktober 2026). Die aktuellen Konditionen nennt DATEV.
Wie aktiviert man den Automatisierungsservice?
Laut DATEV in Kanzlei-Rechnungswesen, Mandantenbuchführung, über das Menü Bestand und dort Automatisierungsservices. Spätestens nach 24 Stunden, ohne Sonn- und Feiertage, steht der Service für neu bereitgestellte Belege beziehungsweise Umsätze zur Verfügung.
Muss man Lerndateien für den Automatisierungsservice Bank pflegen?
Nach Angaben von DATEV nicht mehr: Die KI lernt, sobald ein Buchungsvorschlag bestätigt oder geändert wird. Erfahrungsberichte in der DATEV-Community zeigen allerdings, dass die Praxis je nach Mandant unterschiedlich ausfällt.
Funktioniert der Service mit E-Rechnungen?
Ja. DATEV beschreibt, dass bei E-Rechnungen die strukturierten Daten statt OCR-erkannter Daten genutzt werden, was die Kontovorschläge unterstützt.
Ersetzt der Automatisierungsservice die Prüfung durch die Kanzlei?
Nein. DATEV schreibt selbst, dass die Buchführung auch bei als sicher eingestuften Belegen wie gewohnt zu prüfen ist. Das Kontieren bleibt nach § 2 StBerG Aufgabe der Kanzlei.