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Ratgeber

DATEV-Schnittstellen erklärt: DATEV-Format, DATEVconnect und Online-APIs

Stand: Veröffentlicht: Lesezeit: 5 Min.

Kurz erklärt

DATEV bietet drei Wege für den Datenaustausch: Dateien im DATEV-Format, lokale Schnittstellen über DATEVconnect und Online-Datenservices in die DATEV-Cloud. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Daten in die Kanzlei-Software, nach DATEV Unternehmen online oder in beide Richtungen fließen sollen. Ein Eintrag im DATEV-Marktplatz ist für eine Schnittstelle nicht zwingend, DATEV prüft dort aber angebotene Lösungen.

„Wir brauchen eine DATEV-Schnittstelle“ ist ein häufiger Satz in Unternehmen und Kanzleien. Gemeint sind damit sehr unterschiedliche Dinge: eine Exportdatei aus dem Onlineshop, ein Belegupload in DATEV Unternehmen online oder eine laufende Verbindung zwischen Kanzlei-Software und DATEV. Dieser Ratgeber sortiert die Wege nach den Angaben von DATEV selbst.

Stand: Oktober 2026. Die Angaben stammen aus dem DATEV Developer Portal und von datev.de. DATEV ändert Produkte regelmäßig, bitte vor einer Entscheidung die verlinkten Seiten prüfen.

Was ist eine DATEV-Schnittstelle?

Eine DATEV-Schnittstelle ist ein festgelegter Weg, auf dem andere Programme Daten an DATEV übergeben oder aus DATEV lesen. DATEV dokumentiert diese Wege im DATEV Developer Portal. Es gibt Dateischnittstellen, lokale Programmschnittstellen und Online-Schnittstellen in die DATEV-Cloud.

Der Begriff wird oft unscharf verwendet. Für die Praxis helfen drei Fragen:

  • Richtung: Sollen Daten nur nach DATEV fließen oder auch zurück?
  • Ziel: Landen die Daten direkt in der Buchhaltung der Kanzlei oder zuerst in DATEV Unternehmen online?
  • Takt: Reicht ein Export pro Monat oder braucht es laufenden Austausch?

Welche DATEV-Schnittstellen gibt es?

Grob lassen sich drei Familien unterscheiden: das DATEV-Format als Datei, DATEVconnect als lokale Schnittstelle und die Online-APIs beziehungsweise Datenservices. Daneben gibt es Drittanbieter, die DATEVconnect über das Internet erreichbar machen.

WegTechnikRichtungTypischer Einsatz
DATEV-Format (z. B. Buchungsstapel)CSV-Datei mit festem Aufbaunach DATEVExport aus Shop, Kasse, Fakturierung
DATEVconnectlokale Schnittstellen im eigenen Netzbeide RichtungenBranchensoftware, Auswertungen, Kanzlei-Werkzeuge
Online-APIs / DatenservicesÜbertragung in die DATEV-Cloudnach DATEV Unternehmen onlineBelegbilder, Rechnungsdaten, Buchungsdaten von Partnerprogrammen
Gateway eines Drittanbietersmacht DATEVconnect online erreichbarbeide RichtungenCloud-Anwendungen, die DATEV-Daten lesen oder schreiben

Wie funktioniert das DATEV-Format (Buchungsstapel)?

Das DATEV-Format ist eine CSV-Datei mit festem Dateinamen-Präfix „EXTF_“ und fester Satzstruktur je Formattyp. Die erste Zeile enthält Metadaten, die zweite die Spaltenüberschriften, ab der dritten Zeile stehen die Buchungen. Die Datei wird in die DATEV-Rechnungswesen-Programme importiert.

Laut DATEV Developer Portal gelten feste Formatregeln:

  • Felder werden durch Semikolon getrennt, Zeilen enden mit CR/LF.
  • Textfelder stehen in Anführungszeichen, Steuerzeichen wie Zeilenumbrüche sind nicht erlaubt.
  • Dezimalzahlen nutzen das Komma, Tausenderpunkte entfallen in der Regel.

Der bekannteste Formattyp ist der Buchungsstapel. Viele Shop- und Kassensysteme bieten einen solchen Export an. Der Vorteil ist die Einfachheit: Eine Datei entsteht, die Kanzlei importiert sie. Der Nachteil: Es gibt keinen Rückkanal, und Fehler zeigen sich erst beim Import.

Was ist DATEVconnect?

DATEVconnect ist eine Sammlung von Schnittstellen für den Datenaustausch im eigenen Netzwerk (On-Premises). Programme können darüber automatisch und in beide Richtungen mit DATEV-Lösungen kommunizieren. Voraussetzung ist, dass DATEVconnect installiert ist und der Anbieter der anderen Software die Schnittstelle umgesetzt hat.

Laut DATEV-Shop (Art.-Nr. 95280) gilt:

  • Die Lizenz ist mit 0,00 Euro im Monat gelistet, muss für den Einsatz aber erworben werden.
  • DATEVconnect und die jeweilige Schnittstelle müssen installiert sein.
  • Unterstützt werden unter anderem DATEV Kanzlei-Rechnungswesen, Lohn und Gehalt sowie DATEV DMS und Dokumentenablage.

Was sich über DATEVconnect Rechnungswesen lesen lässt, beschreiben Partner im DATEV-Marktplatz, zum Beispiel Stammdaten, offene Posten, Kontobuchungen, Kontenbezeichnungen und Buchungsstapel (Beispiel im DATEV-Marktplatz). Mehr dazu im Glossar unter DATEVconnect.

DATEVconnect aus der Cloud erreichen

DATEVconnect läuft lokal. Cloud-Anwendungen brauchen deshalb eine Brücke. Anbieter wie Klardaten stellen dafür ein Gateway bereit, das in der DATEV-Umgebung der Kanzlei installiert wird und die Schnittstellen über das Internet erreichbar macht. Auf diesem Weg läuft auch die DATEV-Anbindung, die SaracAI für eine Steuerkanzlei gebaut hat: Sie liest Summen- und Saldenliste, Kontobuchungen, offene Posten und Sachkonten und schreibt Buchungen in noch nicht festgeschriebene Stapel.

Wie kommen Daten in DATEV Unternehmen online?

Für DATEV Unternehmen online gibt es Online-Schnittstellen in die DATEV-Cloud. Partnerprogramme übertragen darüber Belegbilder, strukturierte Rechnungsdaten oder Buchungsdaten. Die Kanzlei verarbeitet sie anschließend in ihren Rechnungswesen-Programmen weiter.

DATEV nennt dafür mehrere Dienste:

  • accounting:documents: überträgt digitale Belege in den Eingangskorb von Belege online in DATEV Unternehmen online, mit Belegtyp und Notiz (Developer Portal).
  • Rechnungsdatenservice: überträgt strukturierte Belegdaten und Belegbilder nach DATEV Unternehmen online, wo daraus Buchungsvorschläge werden.
  • Buchungsdatenservice: überträgt Buchungsdaten samt Belegbildern aus Partnerprogrammen als Buchungssätze, Grundlage ist das DATEV-Format.

Eine Übersicht für Unternehmen bietet DATEV unter DATEV-Datenservices Rechnungswesen.

Was ist der DATEV-Marktplatz?

Der DATEV-Marktplatz ist das Verzeichnis von Softwarelösungen mit DATEV-Schnittstelle. DATEV unterscheidet dort Premium Partner und Schnittstellen Partner. Eine Partnerschaft ist für eine Schnittstelle nicht Pflicht, aber nur gelistete Lösungen werden von DATEV regelmäßig geprüft.

Aus der FAQ zum DATEV-Marktplatz:

  • DATEV prüft die Schnittstellen in Partnerlösungen regelmäßig anhand von Schnittstellenvorgaben.
  • Desktop-API- und Dateischnittstellen werden nicht technisch geprüft.
  • Schnittstellen können auch ohne Partnerschaft umgesetzt werden, die Dokumentation ist öffentlich.
  • Für Premium Partner gilt seit 30.06.2026 eine Pflicht zum Informationssicherheitszertifikat.

Wichtig für die Auswahl: Ein Marktplatz-Eintrag sagt etwas über die technische Lesbarkeit der Daten aus. Ob die Inhalte fachlich richtig übergeben werden, prüft DATEV nach eigenen Angaben nicht.

Welche Schnittstelle passt zu welchem Fall?

Die Wahl folgt dem Datenfluss. Wer nur Umsätze aus einem Shop in die Buchhaltung bringen will, kommt oft mit dem DATEV-Format oder einem Datenservice aus. Wer Daten aus DATEV lesen und Arbeitsschritte automatisieren will, braucht DATEVconnect oder ein Gateway.

FallNaheliegender Weg
Shop, Kasse oder Fakturierung exportiert UmsätzeDATEV-Format oder Buchungsdatenservice des Anbieters
Belege aus einem Rechnungsportal sollen in die KanzleiBelegbilder- oder Rechnungsdatenservice nach Unternehmen online
Kanzlei will offene Posten oder Kontobuchungen auswertenDATEVconnect Rechnungswesen
Cloud-Werkzeug soll DATEV-Daten lesen und Buchungen vorbereitenDATEVconnect über ein Gateway
Eigene Branchensoftware soll Stammdaten abgleichenDATEVconnect oder Online-API, je nach Datenart

Worauf vor der Umsetzung achten?

  • Festschreibung: Buchungen sollten in Stapel geschrieben werden, die die Kanzlei vor der Festschreibung prüft.
  • Rechte: Die Schnittstelle sollte nur die Daten sehen, die sie braucht.
  • Verschwiegenheit: Werden Mandantendaten verarbeitet, gelten für Kanzleien die Vorgaben aus § 62a StBerG für Dienstleister.
  • Pflege: DATEV entwickelt Formate weiter. Jemand muss Änderungen verfolgen.

Wie SaracAI DATEV-Anbindungen umsetzt, beschreibt die Leistungsseite DATEV-Schnittstelle.

Häufige Fragen

Was kostet eine DATEV-Schnittstelle?

Das hängt vom Weg ab. Die DATEVconnect-Lizenz ist im DATEV-Shop mit 0,00 Euro im Monat gelistet, die Anbieter der angebundenen Software berechnen ihre Schnittstelle aber oft eigenständig. Für eine Eigenentwicklung kommen Entwicklungs- und Betriebskosten dazu. Verlässlich ist nur ein Angebot für den konkreten Fall.

Brauche ich für eine DATEV-Schnittstelle eine Partnerschaft mit DATEV?

Nein. Laut DATEV-Marktplatz-FAQ können DATEV-Schnittstellen auch ohne Partnerschaft umgesetzt werden, die Dokumentation steht im DATEV Developer Portal. Online-Datenservices richtet DATEV über ein eigenes Bestellverfahren für Partner ein.

Was ist der Unterschied zwischen DATEV-Format und DATEVconnect?

Das DATEV-Format ist eine CSV-Datei, die einmalig übergeben und importiert wird. DATEVconnect ist eine lokale Schnittstelle im Kanzlei- oder Unternehmensnetz, über die Programme laufend und in beide Richtungen Daten austauschen können.

Kann man Daten aus DATEV auslesen?

Ja. Über DATEVconnect Rechnungswesen sind laut Marktplatz-Beschreibungen unter anderem Stammdaten, offene Posten, Kontobuchungen, Kontenbezeichnungen und Buchungsstapel lesbar. Voraussetzung ist eine Installation von DATEVconnect und die passende Lizenz.

Ist SaracAI DATEV-Partner?

Dafür liegt kein Nachweis vor, deshalb behauptet SaracAI das nicht. Die Anbindung beim Kanzleiprojekt läuft über ein DATEVconnect-Gateway eines Drittanbieters.

Wie richte ich eine DATEV-Schnittstelle ein?

Bei Marktplatz-Lösungen übernimmt laut DATEV meist der Partner die Einrichtung, DATEV stellt dafür Assistenten und Hilfe-Dokumente bereit. Bei DATEVconnect müssen DATEVconnect selbst und die jeweilige Schnittstelle installiert sein.